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Drei zu zwei

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Nicht mal das mit der Stromversorgung haben sie hinbekommen, die Österreicher. Nun: Finale. Béla Réthy ist als Radioreporter durchschnittlich geeignet, Philipp Lahm hat sich über seinen Siegtreffer gefreut wie mein Sohn über einen weiteren Gummiball im Kinderzimmer, und wir grüßen alle Millionen, die sich beim Public Hearing begeistern konnten.

Es fehlte nur wenig in diesem Halbfinale, ein überlanges Elfmeterschießen vielleicht. Wir hatten eine schwache DFB-Elf, Blut auf Rolfes‘ Stirn, Schweiß auf Terims Brust, zurückkommende Türken, blödsinnige Reporterfragen („Wie sehr wollen Sie jetzt das Finale gewinnen?“), wir hatten das obligatorische Poldiaufschweinitor, den klassischen Lehmannbock, den komischen Klosekopfball und dann den Philipp. Die Bundeskanzlerin kann immer noch nicht motorisch glatt klatschen, Jürgen Klopp wurde leider verabschiedet, Ingolf Lück ist leider geblieben.

Wir hatten einen mehr, einen weniger unberechtigt verweigerten Elfmeter hüben und drüben, fünf Tore in 90 Minuten in einem Halbfinale (wann gab es sowas mal zuletzt?), wir hatten Bildausfall, mir ist der Wein auf den Teppich geplumpst, der Spielmacher simst nur Comic-Buchstabenkombinationen ob seiner Bildausfallverärgerung; und am Ende kann jeder erhobenen Hauptes aus diesem Spiel gehen.

Nur dass kurtspaeter aufhört, ist schade.

Die Bela-Réthy-Faktenmaschine #16

Der Versymbolisierung von Ländern dienen neben Flaggenfahnen auch dreibuchstabige Abkürzungen. So auch bei der EM. Um nun die 16 Teilnehmerländern in ihren offiziellen IOC-Länderkürzeln darzustellen, benötigt man 18 der 26 Alphabetsbuchstaben. Ungebraucht bleiben: B, H, J, K, V, X, Y. Würde Belgien, Ungarn, Luxemburg und die Ukraine mitspielen, blieben J, X und Y als letzte Mohikaner.

Und ja: Einen Fehler habe ich gemacht dabei.

(Abgelegt unter: Wofür Kinderspielzeug unter Umständen auch noch nützlich sein kann.)

Die Bela-Réthy-Faktenmaschine #15

Heute: Spanien


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Die Chance der spanischen Fußballnationalmannschaft auf einen Titel und damit verbunden eine Geschichte, die vor allem vom Scheitern handelt – dies alles wird in diesem Text nicht thematisiert werden. Stattdessen muss nüchtern konstatiert werden, dass Spanien – anders zum Beispiel als Portugal oder auch Zypern – schon mal Europameister war, und zwar 1964. Dann zogen es die verfeindeten Volksgruppen in Spanien vor, zwei seperate Nationalteams in Madrid und Barcelona zu gründen, seither sind so WMs und EMs ein besseres Sommerpausentheater.

Und seither trainiert ein Mann Fußballmannschaften, wie man erfolgsunabhängig schön spielt. Luis Aragones ist 69 Jahre alt, in seinem Land so beliebt wie Holger Apfel in einem alternativen Jugendzentrum und um seinen Job auch wegen der meinungsstarken und landesweiten spanischen Sporttageszeitungen nicht gerade zu beneiden. Und warum das Quadrat neu erfinden:

Das Gute an Luis Aragonés ist, dass man sich überall in Spanien auf ihn einigen kann. In jedem Ort zwischen San Sebastian und Cádiz gibt es Typen wie ihn: alte Männer im Trainingsanzug, die unter Bluthochdruck und chronisch schlechter Laune leiden und jeden daran teilhaben lassen.

Fernando „Beckham“ Torres ist so etwas relativ schnuppe, der Frühstarter vom FC Liverpool will nicht groß nachdenken und Raul hinterheulen, sondern Tore schießen. Viele und schöne Tore. So wie jene drei bei der WM 06, als die Spanier gegen Tunesien ein 0:1 in ein 3:1 drehten, wobei Raúl für den Ausgleich gesorgt hatte und bezeichnenderweise Torres nur Minuten später wachablösenderweise den Endstand herstellte. Eine Quote, die hinsichtlich der Gegner in Gruppe D noch getoppt werden könnte.

Dreiviertel aller Spiele der EM-Qualifikation blieb Spanien ohne Gegentor, daraus auf einen künftigen Welttorhüter des Jahres in den rotblauen Reihen zu schließen, stünde im Lexikon hingegen unter vermessen. Manchmal betiteln Eingeweihte die Mannschaft als rote Furie, dann muss ich immer an so manchen PDS-Parteitag kurz nach der politischen Wende denken. Und um schlussendlich den Kreis zu der sprichwörtlichen Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität zu schließen: Mit diesem ewigen Riesen-Bohei um die Seleccion und dem darauf unweigerlich folgende Ausscheiden ist die spanische Fußballnationalmannschaft ein famoses Beispiel für diese so oft geforderte Entschleunigung des Lebens, der Entkopplung von Beruf und übermäßigem Ehrgeiz, der Lossagung von alleinigem Gewinnstreben und ersatzweise Konzentration auf das wesentliche: Fußball spielen.

Die Bela-Réthy-Faktenmaschine #14

Heute: Polen

Die dem alternativen Rauchgenuss nicht Abgeneigten dürften beim erleichterten Statement von Leo Beenhakker Aber wir spielen ja [gegen Deutschland] Gott sei Dank nicht auf Papier, sondern auf Gras durchaus eine ganz eigene Duftnote abgewinnen. Ansonsten hat der Beinhacker ganz brav die bösen polnischen Medien beschimpft, als diese auch mal yellow press sein wollten und die konzerneigenen Tipps der deutschen Springerzentrale in die boulevardpublizistische Tat umgesetzt haben. Beenhakker ist Träger des Ordens für die Wiedergeburt Polens, und ich wusste gar nicht, dass das Land jüngst gestorben war.

Polen ist noch bis morgen Abend EM-Jungfrau und als solche derart verbittert, dass sie sich das Turnier in vier Jahren gleich mal aufs eigene Territorium geholt haben. Die Liga ist so gut wie kaputt, ich habe mal in Stettin zehn Brasilianer auf dem Platz gesehen, zum allgemeinen Verdruss spielten sie auch alle noch für dieselbe Mannschaft. Der Nachwuchs drängt also ins Ausland, um mit Talent und Glück in eine europäische Topliga zu flutschen und fertig ausgebildet in der Nationalmannschaft die 3. WM-Plätze von 1974 und 1982 zu wiederholen.

So wie Euzebiusz „Ebi“ Smolarek. Geboren in Polen, aufgewachsen in den Niederlanden, bei Borussia Dortmund reifte er zu Polens Fußballer des Jahres, den Titel hat er nun schon zum dritten Mal gewonnen. Kicken tut er mittlerweile in Spanien, immerhin dürfte er sich dort gut mit den Kellnern in so manchen Küsten-Restaurants verstehen. Bei der WM 06 blieb Smolarek ohne Tor, was vor allem auf die miserable polnische Mannschaft und Per Mertesacker zurückzuführen war.

Seit 30 Jahren hat Polen nicht mehr gegen Deutschland nicht verloren. Klappt es diesmal wieder nicht, werden sich die Bundesliga-Legionäre Krzynowek (Wolfsburg) und der verletzte Dortmunder Blaczykowski wohl mal Rat auf Schalke holen, wie mit so einer Dekadennegativserie umzugehen sei. Das bemerkenswerteste Qualifikationsspiel war gleich das erste, das 1:3 gegen Finnland war (bis auf eine Auswärtsausnahme in Armenien) die einzige Niederlage – und das in einer Gruppe mit Portugal, Finnland, Serbien und Belgien. Polen hat dennoch ähnlich geringe Chancen auf den Titel wie Österreich, nur die Wettquote ist im Vergleich ein wenig größer.

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Das Blog zur EM: Was bisher geschah

So. Ein halbes Jahr lang Aufwärmrunden drehen genügt, es ist Zeit für die Spiele. Da für uns Konzepte ergrübeln, Planungen planen und halbherzige Gemeinschaftskompromisse ausdiskutieren eher Sekundärtugenden sind und wir im Zweifel auf einen Ideenvorschlag einander meist mit einem generösen Gut! Machma! geantwortet haben, sind im Laufe der sechs EM-Blog-Monate diverse Serien entstanden, die fein säuberlich durchnummeriert und manchmal auch in Kategorien eingeteilt wurden.

Schöner ist aber natürlich so eine Art Inhaltsverzeichnis, und wann käme solch Zäsur nicht passender als am Vorabend des Turniers. Na dann: Viel Spaß beim Stöbern!

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