Archiv der Kategorie 'Musik'

Bimale

born

Fällt das Geburtsdatum eines Kindes auf den Vorabend eines bedeutenden Fußballturniers, liegt es nahe, später gewisse Spiel-Vorlieben hinsichtlich bunter Rundobjekte mit dieser chronologischen Nähe zu begründen. Auch das Geschlechterklischee Jungs spielen gern mit Bällen dient in solchem Fall als bewährte Rechtfertigung auf latente Elternehrgeizvorwürfe.

Fakt ist: Er schießt, prallt, kopfballt, baggert, er arbeitet an der Beidseitigkeit sowie der Direktabnahme, der klassische Hochschuss gelingt, aber nur, wenn die Kugel von einem elterlichen Ballhochhalterdeppen in zirka 13 Zentimetern Höhe präsentiert und rechtzeitig (rechtzeitig!) dann auch losgelassen wird, mittlerweile vergeht der Zehnminutenspaziergang am Fluss, ohne dass der Minihandball im selben versinkt; und ein Tag ohne Ball kann kein guter Tag sein.

Nun ist es utopisch, zu denken, die Europameisterschaft ginge an Kindern – mal ganz unabhängig von ihrer Ball-Affinität – komplett vorbei. Da wehen diese ganzen bunten Fahnen an den Autos, beim Schnellimbiss gibt es Fußball-Menüs, hin und wieder knallt und hupt es abends auf der Straße wie verrückt, und im Radio spielen sie Mitgröhlmusik.

Da muss es dann passiert sein.

Eine peppige Privatradio-Abmoderation auf eins der 27 offiziellen Turnierlieder beinhaltete jüngst ein fröhlich in den Tag gebrülltes Finale! oho! Finale – ohohoho, und schon war er da, der Kinderohrwurm. Wie bei der stillen Post änderten sich Tonalität, Intervall und Textkonsonanten mehrfach, doch die Vorfreude auf den sportlichen Höhepunkt der EM 2008 ist nicht zu verleugnen.

Gehirnzorro

Dabei beruht der Songtitel auf einem Missverständnis: Als Kind hatte White den Begriff Salvation Army (Heilsarmee) immer als Seven Nation Army verstanden. An diesen Gehirnzorro erinnerte er sich irgendwann beim Texten – und die Idee für das Stück war geboren.

Was, beim heiligen Detlef Guertler, was, lieber sid-Autor Marco Mader, was zum Geier ist ein Gehirnzorro? Ein Liedtext, den man als Kind falsch versteht? Ja? Die einzige relevante Google-Fundstelle zu diesem Thema entstammt dem englischsprachigen Onlinemagaziin Japan Today, und zwar aus diesem Satz:

It is a terrible crime but may not be sex related, you have sex on the brain zorro, more info is needed.

Nicht sonderlich erhellend. Und passend zum Thema gebe ich diese Frage gleich mal weiter: Hat Johannes Behpunkt Kerner die Wortschöpfung Wienale erfunden?

Fußballmusik #15 – Frank Schöbel: Ja der Fußball ist rund wie die Welt

So, genug der White Stripes. Der berüchtigte Basslauf dürfte in einem halben Jahr die Neujahrsansprache der Kanzlerin einleiten, derart populärkulturell assimiliert ist er mittlerweile. Zum Finale braucht es neuen Stoff. Und was liegt für ein eher nordöstlich verortetes EM-Blog näher, als auf die ostdeutschen White Stripes zurückzugreifen.

Zugegeben, Aurora Lacasa ist nicht für ihre Fertigkeiten am drumkit bekannt und hat mit folgendem Hardrockbrett maximal als wie auch immer geartete Muse zu tun. Dennoch dürfte Ja der Fußball ist rund wie die Welt vor allem auch durch das mörderische Dreinotenriff am Anfang die Fanmeilen der Republik begeistern.

Entstanden ist das Werk anlässlich der deutschdeutschen Weltmeisterschaft anno 74, die der Schöbelfrank eröffnungsfeierlich einleiten sollte. Doch im Frankfurter Waldstadion durfte das Liedgut nicht gespielt werden, „der Song ist dem SED-Politbüro wohl zu rockig, also trällert Frank Schöbel am 13. Juni 1974 nur die B-Seite seiner Single („Freunde gibt es überall“) mit so bewegenden Textzeilen wie diesen:

Wo Ähren tanzen im Sommerwind, wo Baumwollfelder voll Blüten sind. Wo Hände pflanzen den jungen Reis, wo man das Menschenglück zu schmieden weiß. Freunde gibt es überall auf der ganzen Welt, Menschen die sich gut verstehn – und mit Dir Tag für Tag eine Straße gehen.

Auch schön. Aber gegen das hier stinkt es ziemlich an:

Lürriks nachem quick-klick: (mehr…)

Der Topf ist im Haus: Deutschland – Portugal

„Es war unglaublich, es war Wahnsinn, es war kollossal – es war das Viertelfinale gegen Portugal“ – die Blumentopf-Raportage zum Einzug Deutschlands ins Halbfinale.

der 1. Topf
der 2. Topf
der 3. Topf
der 4. Topf

Der Topf ist im Haus: Deutschland – Österreich

„Wenns drauf ankommt, ist Ballack da und ballert ihn rein mit 120 km/h“– die Blumentopf-Raportage nach dem Spiel gegen Österreich.

der 1. Topf
der 2. Topf
der 3. Topf