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Fußballmusik #15 – Frank Schöbel: Ja der Fußball ist rund wie die Welt

So, genug der White Stripes. Der berüchtigte Basslauf dürfte in einem halben Jahr die Neujahrsansprache der Kanzlerin einleiten, derart populärkulturell assimiliert ist er mittlerweile. Zum Finale braucht es neuen Stoff. Und was liegt für ein eher nordöstlich verortetes EM-Blog näher, als auf die ostdeutschen White Stripes zurückzugreifen.

Zugegeben, Aurora Lacasa ist nicht für ihre Fertigkeiten am drumkit bekannt und hat mit folgendem Hardrockbrett maximal als wie auch immer geartete Muse zu tun. Dennoch dürfte Ja der Fußball ist rund wie die Welt vor allem auch durch das mörderische Dreinotenriff am Anfang die Fanmeilen der Republik begeistern.

Entstanden ist das Werk anlässlich der deutschdeutschen Weltmeisterschaft anno 74, die der Schöbelfrank eröffnungsfeierlich einleiten sollte. Doch im Frankfurter Waldstadion durfte das Liedgut nicht gespielt werden, „der Song ist dem SED-Politbüro wohl zu rockig, also trällert Frank Schöbel am 13. Juni 1974 nur die B-Seite seiner Single („Freunde gibt es überall“) mit so bewegenden Textzeilen wie diesen:

Wo Ähren tanzen im Sommerwind, wo Baumwollfelder voll Blüten sind. Wo Hände pflanzen den jungen Reis, wo man das Menschenglück zu schmieden weiß. Freunde gibt es überall auf der ganzen Welt, Menschen die sich gut verstehn – und mit Dir Tag für Tag eine Straße gehen.

Auch schön. Aber gegen das hier stinkt es ziemlich an:

Lürriks nachem quick-klick: (mehr…)

’cause I‘ve got Schweden on my mind

Weil schon der zweite Tag mit ohne Nationalfußball abends nun ein Videoclip, zeigend Szenen aus dem Onlinespiel-Geheimtipp World of Warcraft (oder irgend eines anderen, ich habe nicht so die Ahnung) und unterlegt mit den Klängen der schlechtesten Band der Welt und ihrer Hommage an das schlechteste Team der demnächst endenden Europameisterschaft. Ja, wir alle müssen uns daran gewöhnen, dass ab nächster Woche auch andere Dinge (Onlinegames, Videoclips, Ärzte, Musik) wieder in unser Leben treten werden. Parallel hinaus treten werden Urs Meier, Patrick Ewing und Revolverheld.

Hm, kein schlechter Deal.

(Und es steht doch überall zu lesen: Beschwipst-Blogging ist bitteschön unbedingt zu vermeiden. Tja.)

Volley ins Kreuzeck

Jetzt weiß die Menschheit auch, warum die Niederlande ausscheiden musste: Tiere volley ins Kreuzeck donnern und eine orangefarbenes Nicki – das kann im Sinne des Fairplays dauerhaft nicht gut gehen.

Rot-Schwarz-Blöd

Des Sportministers gedankliche Freudensprünge

Ohne Worte.

[via]