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Elf gegen Elf

Jens Todt wird sich gewundert haben, wenn er sich in den letzten beiden Tagen selbst gegoogelt hat. Immer wieder taucht sein Name im Zusammenhang mit dem Halbfinalspiel zwischen Deutschland und der Türkei auf. 1996 wurde Todt vor dem EM-Finale zwischen Deutschland und Tschechien nachnominiert, weil Berti Vogts aufgrund zahlreicher Verletzten große Personalprobleme hatte. Fatih Terim geht es im Augenblick ähnlich. Beim allmorgendlichen Durchzählen seiner fitten und spielberechtigten Akteure kommt er meist nicht über 14 hinaus.

Volkan Demirel schubste sich im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien für zwei Spiele aus dem Turnier. Heute nachmittag wird eine UEFA-Kommission entscheiden, ob die Sperre auf ein Spiel verringert wird. Terim meinte dazu: „Ich denke, sein Vergehen war vergleichbar mit dem von Bastian Schweinsteiger gegen Kroatien“ und geht davon aus, dass er den zweiten Torwart Rüstü Recber wieder auf die Bank setzen kann.
Emre Asik, Tuncay Sanli und Arda Turan werden dahingegen definitiv fehlen, denn sie haben gegen Kroatien ihre zweite gelbe Karte gesehen.
Stürmerstar Nihat Kahveci wurde gegen Kroatien mit Leistenbeschwerden ausgewechselt. Eine Untersuchung hat nun ergeben, dass er ein Ödem in der Leiste hat und mindestens sechs Wochen ausfällt. Ebenso beendet ist das Turnier für den Abwehrspieler Emre Güngör, der einen Muskelfaserriss erlitten hatte.
Der Einsatz von Mittelfeldmotor Emre Belözoglu ist wegen einer Wadenverletzung aus dem ersten Spiel gegen Portugal äußerst fraglich. Der Verteidiger Servet Cetin ist wegen einer Innenbanddehnung im Knie in Behandlung und wird wohl ebenso ausfallen. Die größten Hoffnungen auf eine kurzfristige Genesung kann sich Terim beim Mittelfeldspieler Tümer Metin machen, der aufgrund von Leistenbeschwerden aussetzen musste.

Bis zum ersten Vorrundenspiel hätte jeder Verband aus Verletzungsgründen kurzfristig noch aktiv werden können, aber mitten im Turnier wird es aber laut Regeln der UEFA keine Nachnominierungen mehr geben. Und vergleichbar sind die Nachnominierung von Jens Todt und der aktuelle Fall auch gar nicht. Denn 1996 hatten die Nationalmannschaften zur Europameisterschaft nur einen Kader von 22 Spielern (mittlerweile sind es 23 Spieler). Außerdem waren die Ausfälle Deutschlands vor zwölf Jahren ausschließlich auf Verletzungen zurückzuführen, während den Türken zwischen drei und vier Spielern aufgrund von Sperren fehlen.

1996 brachten die Verantwortlichen der Deutschen Nationalmannschaft in einer Pressekonferenz scherzhaft die Möglichkeit ins Spiel, den Ersatztorhütern Oliver Reck und Kahn Spielertrikots zu verpassen, um genügend Feldspieler aufweisen zu können. Das gleiche kündigte Fatih Terim nun im Falle vom dritten Torwart Tolga Zengin an. Die Medien nahmen das natürlich dankbar auf und berichten seitdem kaum noch von etwas anderem.

Aber egal, ob bei den Türken am Mittwoch nun 14 oder 18 Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen. Auf dem Platz geht es mit elf gegen elf los. Die deutsche Mannschaft sollte also keinesfalls den Fehler begehen, die personell geschwächten Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Egal ob nun der dritte Torwart mit einem Spielertrikot auf der Bank sitzt oder verletztgeglaubte Spieler plötzlich in der Startaufstellung stehen – wenn man den Türken den Gefallen tut, sie zu unterschätzen oder ein Spiel gedanklich zu früh abzuhaken, hat man schon fast verloren.

Zwar steht die Türkei durch die Zuhilfenahme von etwa drei Kilogramm Glück im Halbfinale, aber sie sind alles andere als unverdient in der Runde der besten vier Teams des Turniers. Besonders die Leidenschaft und der Einsatzwillen zum Ende bereits verlorengeglaubter Spiele ist jetzt schon als legendär zu bezeichnen:

In der Wasserschlacht Im Gruppenspiel gegen die Schweiz sah es bis zur 92. Minute nach einem gerechten Unentschieden aus. Doch dann bekam Arda Turan auf der linken Seite noch einmal den Ball, zog gegen mehrere Schweizer nach innen und machte aus 18 Metern das 2:1.

Nur vier Tage später musten dann die Tschechen dran glauben. Tschechien führte nach einer Stunde mit 2:0 und sah schon wie der sichere Viertelfinalist aus. Aber die Türken schafften in der Schlussviertelstunde noch drei Treffer, darunter zwei in den letzten drei Spielminuten, und zogen durch diesen sensationellen Endspurt als Zweiter der Gruppe A ins Viertelfinale ein.

Kroatien war der Gegner der Türken im Viertelfinale. Das Spiel plätscherte beinahe zwei Stunden lang so dahin, ohne dass sich eine Mannschaft wirklich für das Halbfinale empfehlen konnte. In der 117. Minute köpfte Ivan Klasnic die Kroaten vermeintlich ins Halbfinale. Doch die Türken gaben nicht auf, warfen alles nach vorn und Semih Şentürk erzielte in der Nachspielzeit der Verlängerung mit einem unhaltbaren 14-Meter-Schuss noch den rettenden Ausgleich, der das Elfmeterschießen brachte. Dort versagten gleich drei Kroaten die Nerven und die Türkei zog ins Halbfinale gegen Deutschland ein.

Es ist schwierig, bei den Türken einen taktischen Masterplan zu erkennen. Besonders durch die vielen Umstellungen und Ausfälle wird Terim gezwungen sein, an verschiedenen Stellen personell und taktisch zu improvisieren. Auf wen sich die Deutschen aber fraglos einstellen müssen, ist der überragende Hamit Altintop, der während des Spiels sowohl auf der rechten türkischen Seite als auch im zentralen Mittelfeld kämpft, Bälle fordert, Bälle verteilt, Zweikämpfe offensiv und defensiv führt, gefährliche Fernschüsse auf das gegnerische Tor bringt, sich mit Doppelpässen in den Strafraum durchtankt und jede Hintermannschaft vor große Probleme stellen kann. Hauptsächlich wird es Altintop wohl mit seinen Mannschaftskameraden vom FC Bayern München, Lukas Podolski und Philipp Lahm, zu tun haben. Vor allem Podolski ist gefordert, in der Defensive cleverer als in den bisherigen Partien zu spielen und Lahm zu entlasten, indem er konsequenter aushilft, wenn sich der türkische Rechtsverteidiger mit in den Angriff einschaltet.

Abgesehen von den sportlichen Rivalitäten ist es besonders in Deutschland zu wünschen, dass sich die Idioten beider Fanlager zurückhalten und es unabhängig vom Ausgang des Spiels friedlich zugeht.

[foto: flickr]

Tschechien oder die Türkei?

Wie gestern Abend zu sehen war, ist der Ausfall Alexander Freis für die Schweizer Nationalmannschaft offenbar kaum zu kompensieren gewesen. Ein korrelatives Resultat ergab unsere Umfrage. Und jetzt denken wir schon ans Viertelfinale und fragen uns und euch, welcher Gegner aus der Gruppe A Jogis Löwen wohl am Genehmsten wäre.

Die Bela-Réthy-Faktenmaschine #8

Heute: Tschechien


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Braucht ohne Tomas Rosicky eigentlich gar nicht anzutreten, sollte den Startplatz lieber den fastfoodmampfenden Engländern überschreiben, die dann Europameister werden. Stattdessen könnte sich die restliche tschechische Nationalmannschaft endlich dazu durchringen, seinen Mitgliedern Blazek, Galasek und Koller zu folgen und mit dem 1. FC Nürnberg wieder in die Bundesliga aufzusteigen. Tschechien könnte sich schließlich generell aus dem Fußballsport zurückziehen und mit dem Sportlermaterial etliche erfolgreiche böhmische NHL-Franchises gründen.

Heimlicher Star der Mannschaft ist Torwart Petr Cech, was vor allem daran liegt, dass ihn oberflächliche Fußballkucker so prima an seiner Plastikmütze erkennen können. Nach einem schweren Schädelbasisbruch spielt der Pilsener jetzt immer oben mit, was zu der lustigen Erkenntnis führt, dass er neben Udo Lindenberg und Jamiroquai der einzige Prominente sein dürfte, der für inkognito einfach nur den Hut abnehmen muss. Außerdem ist Cech groß, Linkshänder und aktueller Champions-League-Vizemeister.

Der Trainer heißt wie jeder ordentliche Tschechenmann mit Vorname Karel und schleppt den Karl May zu verdankenen Spitznamen Klekipetra sowie ein grimmig dreinschauender, schweigender Taktikfuchs-Image mit sich herum. Nach der EM wird Karel Brückner alles fallen lassen und Angeln gehen oder golfen. Wenn er dann nach drei Dunkelbier mit lockerer Zunge in Erinnerungen schwelgt, wird er jahrhundertalte altböhmische Flüche über jenes griechische Kopfballungeheuer ausstoßen, der seinem Zaubermausteam vor vier Jahren den verdienten Einzug ins EM-Finale zerstörte.

Das bemerkenswerteste Spiel in der Qualifikation glückte Tschechien vor einem halben Jahr in München gegen Deutschland, als Jan Koller zwei Assistpunkte sammelte und sein Team nach 23 Minuten mit 2:0 in Führung lag. Nach der Halbzeitpause machte Arne Friedrich nichts für ihn Unübliches: Er ließ sich austricksen – 0:3. Die Nation war wieder ein wenig geerdet, in einem knappen Monat, in Wien, werden wir unseren Nachbarn dankbar dafür sein.

Vorbereitungstestspiele #5

Polen – Dänemark 1:1 (1:1) in Chorzow

Der Mittelfeldspieler Jacek Krzynowek vom Bundesligisten VfL Wolfsburg hat seine Mannschaft eine Woche vor dem ersten EM-Gruppenspiel gegen Deutschland vor einer verpatzten Generalprobe bewahrt. […] Die Dänen konnten bereits in der 28. Minute durch einen Treffer von Martin Vingaard die Führung erzielen. In der 36. Minute hatte Polen dann die ganz große Chance zum Ausgleich, aber Maciej Zurawski vergab einen Elfmeter. Endlich schaffte der 32 Jahre alte Krzynowek zwei Minuten vor der Pause zumindest das 1:1.

Schweden – Ukraine 0:1 (0:0) in Stockholm

Mit den Super-Stars Zlatan Ibrahimovic, Henrik «Henke» Larsson und Fredrik Ljungberg und einer 0:1-Heimniederlage gegen die Ukraine hat sich Schweden zur EM verabschiedet. Im Stockholmer Rasunda-Stadion schoss Serhiy Nazarenko von Dnjepr Dnjepropetrovsk in der 84. Minute den Siegtreffer für die nicht für das EM-Turnier qualifizierte Ukraine. Die Elf von Nationaltrainer Lars Lagerbäck zeigte vor allem in der Abwehr Schwächen, spielte kaum Torchancen heraus und wurde vom Publikum ausgepfiffen. Knapp eine Woche vor dem ersten EM-Gruppenspiel gegen Griechenland konnte auch der lange verletzte Mittelfeldspieler Tobias Linderoth von Galasataray Istanbul eingesetzt werden.

Niederlande – Wales 2:0 (1:0) in Rotterdam

Für die Niederländer trafen Arjen Robben nach einer guten halben Stunde sowie Wesley Sneijder in der 54. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoss. […] Die Mannschaft von Marco van Basten bekundete gegen die sehr defensiven Waliser nur zu Beginn Mühe. Auch Stürmer Ruud van Nistelroy blieb in dieser Phase oft blass. So kamen Robben (8. Minute) und Sneijder (15.) zu den ersten Abschlussversuchen. Nach dem ersten Treffer lief es den Niederländern besser und sie kombinierten sich besser durch die walisische Defensive. Vor allem der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Dirk Kuyt sorgte für viel Wirbel. Der Sieg hätte deutlich höher ausfallen können, doch die Niederlande zeigte sich nicht von seiner effizienten Seite.

Griechenland – Armenien 0:0 in Offenbach

8032 überwiegend griechische Fans auf dem Bieberer Berg sahen eine über weite Strecken ideen- und drucklose Vorstellung ihrer Mannschaft, in der es eine halbe Stunde bis zur ersten griechischen Chance durch Dimitrios Salpingidis dauerte. Salpingidis köpfte aus Nahdistanz aber über das Tor. Zuvor verhinderte Torhüter Antonios Nikopolidis nach einem kapitalen Schnitzer des Frankfurters Sotorios Kyrgiakos sogar einen Rückstand (15.). Die Abwehr des Favoriten geriet gegen die quirligen Armenier wiederholt in Bedrängnis.

Spanien – Peru 2:1 (1:0) in Huelva

Der selbst ernannte Titelanwärter Spanien hat sein Testspiel zur Fußball-Europameisterschaft gegen Peru erst in der Nachspielzeit mit 2:1 gewonnen. Linksverteidiger Joan Capdevila erzielte Samstagabend in Huelva gegen eine harmlose peruanische Mannschaft in der dritten Minute der Nachspielzeit mit einem Volleyschuss den Siegtreffer. Trainer Luis Aragonés zog dennoch eine zufriedene Bilanz: «Mit Ausnahme des Gegentreffers war dies ein positiver Test.» Perus eingewechselter Angreifer Rengifo (74.) hatte nach einem schweren Lapsus von Innenverteidiger Carlos Marchena den spanischen Führungstreffer durch David Villa (39.) ausgeglichen. «Mit solchen Fehlern kann man bei der EM vorzeitig rausfliegen», warnte Aragonés seine Abwehrspieler.

Portugal – Georgien 2:0 (2:0) in Viseu

Das Spiel war in der zweiten Halbzeit wenig aussagekräftig: Trainer Scolari wechselte nicht weniger als zehn Spieler ein. Die Portugiesen traten mit Cristiano Ronaldo und Simao als Flügelstürmer an; der ManU-Superstar blieb aber blass und verrannte sich oft in Dribblings. Mouthinho brachte das Heimteam nach einer Jonglier-Einlage aus 30 m in Führung, Simao doppelte vor der Pause nach, indem er einen an ihm selbst verschuldeten Elfmeter verwertete.

Rumänien – Montenegro 4:0 (1:0) in Bukarest

In dem letzten Spiel vor der Gruppenphase konnte Rumänien durch die Tore von Stürmerstar Adrian Mutu (15.), Verteidiger Sorin Ghionea (49.) und Nicolae Dica (55./70.) einen klaren Sieg einfahren.

Ungarn – Kroatien 1:1 (1:1) in Budapest

Kroatien hat sich bei der Generalprobe für die EURO 2008 in Budapest am Samstagabend nicht in berauschender EM-Form gezeigt […]. Allgemein gesehen machten die Ungarn in der ersten Hälfte mehr für das Spiel. Kroatien hatte praktisch nur in den ersten fünf Minuten gute Aktionen. Luka Modric mit einem Schuss aus 18 Metern und der danach völlig unauffällige Kranjcar, der allein vor dem Tormann auftauchte, scheiterten aber knapp. Das technisch starke Mittelfeld der Kroaten setzte sich gegen eine aggressiv spielende ungarische Mannschaft kaum in Szene, die Sturmspitzen kamen nicht zur Entfaltung. Auch in der zweiten Hälfte hatten die Ungarn mehr vom Spiel.

Italien – Belgien 3:1 (2:0) in Florenz

[…] Antonio Di Natale [brachte] den EM-Titelanwärter bereits in der neunten Minute nach fantastischer Vorlage von Regisseur Andrea Pirlo in Führung. Kurz vor der Pause verwandelte der Stürmer von Udinese Calcio in der 41. Minute die Vorlage des überraschend an Stelle von Massimo Ambrosini im Mittelfeld aufgestellten Alberto Aquilani vom AS Rom zum 2:0. […] Mauro Camoranesi besorgte dann in der 48. Minute das 3:0 nach Vorlage des nach der Pause für Di Natale eingewechselten Del Piero. Erst in der Nachspielzeit gelang den Gästen durch Wesley Sonck der Ehrentreffer zum 1:3- Endstand. […] Insgesamt konnte der Nationaltrainer mit der Vorstellung seiner Truppe jedoch mehr als zufrieden sein. Der bisherige Standardsturm mit Bayern Münchens Torjäger Luca Toni, Antonio Di Natale und Mauro Camoranesi überzeugte in der ersten Halbzeit ebenso wie das Alternativduo mit dem starken Del Piero und dem diesmal etwas blasseren Antonio Cassano im zweiten Durchgang.

Frankreich – Paraguay 0:0 in Toulouse

Auf das 2:0 über Ekuador folgte gegen Paraguay am gestrigen Abend nur ein 0:0. Am Dienstag hat die „equipe tricolor“ jedoch die Gelegenheit, die Vorbereitung auf die Euro-Endrunde mit einem Sieg gegen Kolumbien erfolgreich abzuschließen. […] Vor allem an ihrem Offensivverhalten muss der Titelträger von 2000 im Hinblick auf die anstehende Europameisterschaft noch arbeiten. Gegen eine Mannschaft aus Paraguay, deren Defensivverbund sehr gut organisiert war, hatten die Franzosen sichtliche Probleme. Und auch die Chancen, die sich ab und an boten, wurden nicht konsequent genutzt. […] Dass die endgültige Generalprobe für Franreich erst am kommenden Dienstag ansteht, sah man allerdings an den Auswechselungen, die Trainer Domenech zur Pause vornahm. So spielten die Offensiv-Stars Thierry Henry und Franck Ribery nur für 45 Minuten und Spieler wie Sidney Govou und Bafetimbi Gomis bekamen eine Bewährungschance. Die beiden konnten die Möglichtkeit, sich für die Startelf zu empfehlen, aber genauso wenig nutzen, wie der nach einer guten Stunde ebenfalls eingewechselte Anelka, der Karim Benzema ersetzte.

Österreich – Malta 5:1 (2:1) in Graz

Mit einem Blitzstart versetzten Ivanschitz und Co. die 15.000 Zuschauer in der ausverkauften UPC-Arena in Begeisterung. Rene Aufhauser per Kopf (8.) nach Ivanschitz-Eckball und Roland Linz (12.) nach Flanke von Hoffer stellten auf 2:0. Danach blieb Österreich gegen die technisch unterlegenen Malteser zwar dominant, lief sich aber immer wieder in der Abwehr fest. Überraschend kam dann das Anschlusstor für Malta: Die Abseitsfalle klappte nicht, Mifsud umspielte Manninger und traf ins leere Tor(42.). […] Josef Hickersberger sagte nach dem Spiel: „Es war der erwartete Sieg. Der Start war hervorragend, dann hat die Mannschaft zwei Gänge zurückgeschaltet und kam nicht wieder in die Gänge. Das Gegentor war purer Leichtsinn. In der zweiten Spielhälfte hat die Mannschaft die Aufgabe hervorragend gelöst.“

Schweiz – Liechtenstein 3:0 (2:0) in St. Gallen

[…] Die Schweizer haben einen neuen Rekordtorschützen. Der Dortmunder Alex Frei sorgte beim 3:0 gegen Liechtenstein mit seinen Länderspieltoren 34 und 35 für eine neue Bestmarke. […] Doch so richtige Euphorie will nicht aufkommen. Im Gegenteil. Am Freitag pfiffen die Fans in St. Gallen beim Spiel gegen Liechtenstein gnadenlos ihren eigenen Stürmer Marco Streller aus. Der Ex-Stuttgarter hatte nicht seinen besten Tag erwischt – und reagierte anschließend mehr als gekränkt. „So kann es nicht weitergehen“, sagte Streller, „nach der EM höre ich definitiv auf.“ Der 26-Jährige tritt zurück, wegen der Fans, die ihn seit dem verlorenen Elfmeterschießen im Achtelfinale der WM 2006 gegen die Ukraine – Streller traf damals nicht – immer wieder verhöhnt haben. Die Schweiz hat ihren ersten Skandal.

Tschechien – Schottland 3:1 (0:0) in Prag

In die Startformation gespielt hat sich […] am ehesten der Doppeltorschütze Libor Sionko, der über die rechte Seite viel Druck entwickelte und zwei schöne Treffer erzielte. Beim 1:0 nach einer Stunde wurde er von seinem Kopenhagener Teamkollegen Zdenek Pospech ideal bedient und vollstreckte technisch gekonnt. Beim 3:1 in der 90. Minute setzte er sich gleich gegen drei schottische Verteidiger am Strafraum durch. Den zweiten Treffer der Tschechen (84.) erzielte der junge Sparta-Verteidiger Michal Kadlec […]. Definitive Aufschlüsse über die Startformation gegen die Schweiz hat die Partie […] nicht gegeben. Auffällig war jedoch, dass der bei den Medien stark unter Druck geratene EM- Torschützenkönig von 2004, Milan Baros, nicht zum Einsatz kam und das 21-jährige Nachwuchstalent Martin Fenin (Eintracht Frankfurt) sowohl gegen Litauen, als auch gegen Schottland ebenfalls ohne Einsatzminute blieb.

Tschechien gewinnt die Miss EM

In der EM08-Blog-Umfrage erreichte Tschechien nur den dritten Rang, aber bei der offiziellen Wahl zur Miss EM im glamurösen Europa Park gestern abend triumphierte Dominika Huzvarova aus Ostrava für ihr Heimatland.

Wir gratulieren.