Beiträge von nolookpass

Ballack schließt zu Matthäus auf

Die etwas orakelige Annahme, dass morgen neben Ballack, Lahm, Schweinsteiger, Klose, Friedrich und Podolski auch Torsten Frings zum Einsatz kommen wird, führt den Statistikfreund zu folgender Aufstellung der deutschen EM-Rekordspieler und der Prognose, dass zumindest Lahm und Schweinsteiger bei einer ähnlich erfolgreichen EM 2012 die Herren Häßler und Klinsmann überholen könnten.

dfb13 Spiele
Thomas Häßler (1992-2000), Jürgen Klinsmann (1988-1996)
12 Spiele
Andreas Brehme (1984-1992)
11 Spiele
Lothar Matthäus (1980-2000), Michael Ballack (2000-2008)
10 Spiele
Jürgen Kohler (1988-1996), Matthias Sammer (1992-1996)
9 Spiele
Thomas Helmer (1992-1996), Philipp Lahm (2004-2008),
8 Spiele
Guido Buchwald (1984-1992), Rudi Völler (1984-1992), Andreas Möller (1992-1996), Stefan Reuter (1992-1996), Christian Ziege (1996-2000), Torsten Frings (2004-2008), Bastian Schweinsteiger (2004-2008), Miroslav Klose (2004-2008)
7 Spiele
Hans-Peter Briegel (1980-1984), Karlheinz Förster (1980-1984), Karl-Heinz Rummenigge (1980-1984), Toni Schumacher (1980-1984), Ulli Stielike (1980-1984), Markus Babbel (1996-2000), Arne Friedrich (2004-2008), Lukas Podolski (2004-2008)

Gehirnzorro

Dabei beruht der Songtitel auf einem Missverständnis: Als Kind hatte White den Begriff Salvation Army (Heilsarmee) immer als Seven Nation Army verstanden. An diesen Gehirnzorro erinnerte er sich irgendwann beim Texten – und die Idee für das Stück war geboren.

Was, beim heiligen Detlef Guertler, was, lieber sid-Autor Marco Mader, was zum Geier ist ein Gehirnzorro? Ein Liedtext, den man als Kind falsch versteht? Ja? Die einzige relevante Google-Fundstelle zu diesem Thema entstammt dem englischsprachigen Onlinemagaziin Japan Today, und zwar aus diesem Satz:

It is a terrible crime but may not be sex related, you have sex on the brain zorro, more info is needed.

Nicht sonderlich erhellend. Und passend zum Thema gebe ich diese Frage gleich mal weiter: Hat Johannes Behpunkt Kerner die Wortschöpfung Wienale erfunden?

Fußballmusik #15 – Frank Schöbel: Ja der Fußball ist rund wie die Welt

So, genug der White Stripes. Der berüchtigte Basslauf dürfte in einem halben Jahr die Neujahrsansprache der Kanzlerin einleiten, derart populärkulturell assimiliert ist er mittlerweile. Zum Finale braucht es neuen Stoff. Und was liegt für ein eher nordöstlich verortetes EM-Blog näher, als auf die ostdeutschen White Stripes zurückzugreifen.

Zugegeben, Aurora Lacasa ist nicht für ihre Fertigkeiten am drumkit bekannt und hat mit folgendem Hardrockbrett maximal als wie auch immer geartete Muse zu tun. Dennoch dürfte Ja der Fußball ist rund wie die Welt vor allem auch durch das mörderische Dreinotenriff am Anfang die Fanmeilen der Republik begeistern.

Entstanden ist das Werk anlässlich der deutschdeutschen Weltmeisterschaft anno 74, die der Schöbelfrank eröffnungsfeierlich einleiten sollte. Doch im Frankfurter Waldstadion durfte das Liedgut nicht gespielt werden, „der Song ist dem SED-Politbüro wohl zu rockig, also trällert Frank Schöbel am 13. Juni 1974 nur die B-Seite seiner Single („Freunde gibt es überall“) mit so bewegenden Textzeilen wie diesen:

Wo Ähren tanzen im Sommerwind, wo Baumwollfelder voll Blüten sind. Wo Hände pflanzen den jungen Reis, wo man das Menschenglück zu schmieden weiß. Freunde gibt es überall auf der ganzen Welt, Menschen die sich gut verstehn – und mit Dir Tag für Tag eine Straße gehen.

Auch schön. Aber gegen das hier stinkt es ziemlich an:

Lürriks nachem quick-klick: (mehr…)

Halbfinal-Liveblog: Russland – Spanien

Mit einem Schuss zum Retter geschlagen

Philipp Lahm ist nicht nur merkwürdigerweise – aber welchen Sieger hätten die Karlsberger auch sonst küren sollen – Mann des Matsches geworden, sondern tausendfacher Tiererlöser gleich dazu.

Der Direktor des türkischen Fußballverbandes Hasan Dogan ließ im Vorfeld des Halbfinales verkünden, dass er 1111 Tiere opfern lassen würde, sollte die Türkische Mannschaft als Sieger das Spielfeld verlassen. Die Niederlage der Türken erweist sich somit als Sieg für die Tiere! „Philipp Lahm ist mit seinem Schuss zum Retter von über 1000 Tieren geworden“, so Tobias Hagenbäumer von PETA Deutschland e.V.. „Ein Sieg sollte ein Freudenfest und kein Bluttbad sein.“

Was aber Philipp Lahm, Hasan Dogan, Tobias Hagenbäumer und auch die 1111 ungeopferten Tiere (die nun halt für einen anderen Grund geschlachtet werden) allesamt nicht wissen:

- 13 Steaks und 35 Bratwürste sind gestern nach Abpfiff beim hiesigen Rudelkucken noch nach dem Abpfiff von euphorisierten deutschen Fans vertilgt worden, ein Ausscheiden mit anschließendem Frustsaufen-und-dann-sofort-ins-Bett-flüchten hätte mindestens acht brandenburgischen Bio-Bisons das Leben gerettet
- einer persönlichen Umfrage zufolge nutzten drei befreundete Paare den EM-Bildausfall für diverse Zärtlichkeiten, es könnte also sein, dass der Wiener Stromausfall vielleicht einem oder zwei Menschen das Leben überhaupt erst ermöglicht hat
- das 3:2 durch Philipp Lahm, der deutsche Finaleinzug und die Jubelnacht in den Großstädten der Republik, insbesondere aber das Abfeuern von nicht hundertprozentig legalen Knallkörpern hat in der Nacht mindestens 53 streunden Hunden, Katzen und Waschbären das Trommelfell derart zerdeppert, dass selbst die PETA so etwas nicht sonderlich gutheißen kann

Übrigens schönes Grillwetter, heute.

[via]