Bimale

born

Fällt das Geburtsdatum eines Kindes auf den Vorabend eines bedeutenden Fußballturniers, liegt es nahe, später gewisse Spiel-Vorlieben hinsichtlich bunter Rundobjekte mit dieser chronologischen Nähe zu begründen. Auch das Geschlechterklischee Jungs spielen gern mit Bällen dient in solchem Fall als bewährte Rechtfertigung auf latente Elternehrgeizvorwürfe.

Fakt ist: Er schießt, prallt, kopfballt, baggert, er arbeitet an der Beidseitigkeit sowie der Direktabnahme, der klassische Hochschuss gelingt, aber nur, wenn die Kugel von einem elterlichen Ballhochhalterdeppen in zirka 13 Zentimetern Höhe präsentiert und rechtzeitig (rechtzeitig!) dann auch losgelassen wird, mittlerweile vergeht der Zehnminutenspaziergang am Fluss, ohne dass der Minihandball im selben versinkt; und ein Tag ohne Ball kann kein guter Tag sein.

Nun ist es utopisch, zu denken, die Europameisterschaft ginge an Kindern – mal ganz unabhängig von ihrer Ball-Affinität – komplett vorbei. Da wehen diese ganzen bunten Fahnen an den Autos, beim Schnellimbiss gibt es Fußball-Menüs, hin und wieder knallt und hupt es abends auf der Straße wie verrückt, und im Radio spielen sie Mitgröhlmusik.

Da muss es dann passiert sein.

Eine peppige Privatradio-Abmoderation auf eins der 27 offiziellen Turnierlieder beinhaltete jüngst ein fröhlich in den Tag gebrülltes Finale! oho! Finale – ohohoho, und schon war er da, der Kinderohrwurm. Wie bei der stillen Post änderten sich Tonalität, Intervall und Textkonsonanten mehrfach, doch die Vorfreude auf den sportlichen Höhepunkt der EM 2008 ist nicht zu verleugnen.


2 Antworten auf “Bimale”


  1. 1 bunki 29. Juni 2008 um 1:56 Uhr

    wo ist das Problem? Ich kann dir nicht ganz folgen. Kinderlos?

  2. 2 Spielmacher 29. Juni 2008 um 8:36 Uhr

    Ich bin geneigt, mir den nolookpass-nachwuchsschen Soundschnipsel als Klingelton auf mein Telefon zu laden. Großes Kinderkino!

    Der Ad-mini entwickelt sich zum klassischen Linksfuß, der den rechten nur hat, um nicht umzufallen. Aber daran arbeite ich noch. Aber die linke Klebe hat schon Hitzlsperger-Dimensionen.
    „Toooooor“ rufen und dabei beide Arme in die Luft reißen, hat er in den drei Wochen auch gelernt. Schade, dass Luca Toni ganz ohne Tore rausgeflogen ist, weil ich gern gesehen hätte, wie er sich die Kopfschraube abguckt.

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