Archiv für Juni 2008

Feedbackbettelei


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Im Prinzip ist das EM08-Blog jetzt vorbei. Wir fanden es okay, für drei Schreiberlinge nicht vor Ort und auch sonst nicht unausgelastet. Na gut, und jetzt ihr:

Was war gut?
Was war schlecht?
Was war nötig?
Was eher nicht?
Was war zuviel?
Was zuwenig?
Was fehlte?
Was rockte?

Und – auch wenn so Erkundigungen eigentlich ja davor eingeholt werden sollten – als Königsfrage, sicher nicht nur für uns interessant: Wie sollte so ein optimales Sportereignisweblog aussehen, was sollte es können, was sollte es lassen, wer sollte es machen, wann sollte es beginnen, wo sollte es sein, wie sollte es sein, und außerdem generell.

Übrigens bietet dieser Beitrag die einmalige Möglichkeit, neben der Beantwortung vorstehender Fragen alles das in die Kommentare zu schütten, was ansonsten mit einem strengen Außerhalb des Themas! geahndet worden wäre.

Schreibt! Jetzt! Hier!

Was bleibt

spannung

Vorrangig junge Mannschaften und solche mit vielen Spielern der nationalen Ligen standen im Halbfinale.

Die White Stripes, Seven Nation Army, und Fußball – möget ihr in Frieden ruhen.

Warum gibt es eigentlich nicht mehr Jürgen Klopps?

Auch in Deutschland kann es nicht schaden, ab und an Standardsituationen einzuüben.

Türken, jdn. – jemanden in der Schlussphase eines Wettbewerbs unter widrigen Wetterbedingungen den Sieg rauben.

In der Qualifikation für die WM 2010 geht es gegen – Russland. Das IchlaufebismichalledesDopingsverdächtigen-Russland.

Der Unsympath Uefa zeigte seine Fratze am deutlichsten, als er Joachim Löw – ausgerechnet! – wegen irgendwas auf die Tribüne schickte und zusätzlich für ein Spiel sperrte.

Ohne England geht es auch. Irgendwo gelesen: Die Qualibezwinger Kroatien und Russland waren ein prima Ersatz.

Wenn selbst nach einem deutschen Augen-zu-und-durch-Sieg gegen Österreich gehupt wird, stimmt da etwas nicht.

Kann sich irgendjemand an richtig böshässliche Szenen erinnern? Ich nicht.

Siege in der Vorrundengruppe, so glamourös sie auch glänzen mögen, werden allgemein überbewertet.

Das Livebloggen kann bei manchen Spielen ganz schön anstrengend sein, bei manchen ist es schlicht Ersatz für nicht gebotene TV-Unterhaltung.

Origineller Torjubel: Gar nicht jubeln – der mit dem Zeige- oder sonstigen Finger auf dem Mund irgendjemandem etwas signalisieren.

Italien, Frankreich, Schweden, Tschechien – in vielen Belangen zu alt. Bei Griechenland – vor allem auch der Trainer.

16 Mannschaften und drei Wochen sind vollkommen genug. Hast du das, Platini?

Fußball ist eine Sportart, bei der es unter anderm auch darauf ankommt, den Ball schnell zu spielen. Zum Glück wussten und praktizierten das viele.

… darf fortgeführt werden

¡Felicitaciónes!

Wer jetzt kein Spanienfan ist und draußen herumfeuerwerkt, isst auch Schokoosterhasen zum Totensonntag. Knallköppe; nicht mal in Ruhe enttäuscht sein kann man mehr. Lahm, was zum Teufel …? Ach, naja. Spanien gewinnt gegen Deutschland mit einszunull, und dass rotgelbrot so verdammt verdient den Pott geholt hat, macht es gut erträglich. Ich glaube, irgendwann Mitte zweite Halbzeit hatten die Löwschen Bergsteiger auch mal eine Torchance. Den Spaniern kam zugute, dass in ihrer Mannschaft sehr viele sehr gute Fußballer mitgemacht haben. Gegen Ende des Spiels beschlich selbst eingefleischte DFB-Afficionados eine unangenehme Ahnung von einem in die Verlängerung gerumpeltes Finale, dass dann im Elfmeterschießen … aber dann ja doch nicht. Podolski konnte beim Danke, Fans!-sagen schon wieder ein wenig lächeln.

Sie sind Zweiter.

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Omen

Gutes Omen #1: Bei allen bisherigen fünf Spielen der Deutschen Nationalmannschaft habe ich mein Trikot getragen. Nur vor dem Spiel gegen Kroatien habe ich den Fehler gemacht, es zu waschen. Seitdem wird es nur noch luftgereinigt. Es müffelt ganz leicht und man kann sehen, was ich alles bei den Spielen gegessen habe, aber für den Sieg tue ich fast alles.

Schlechtes Omen #1: Eben beim Bäcker gab man mir einen Fünf-Euro-Schein, der senfgelb verblichen ist. Mit einem senfgelben Trikot gewannen die Spanier ihr Halbfinale mit 3:0 gegen Russland.

Gutes Omen #2: Ich habe heute nacht davon geträumt, dass Philipp Lahm auf seiner linken Seite jeden Zweikampf gegen Sergio Ramos gewinnt und sich nach dem Spiel auf Belohnung sein Skalp bringen lässt.

Schlechtes Omen #2: Immer, wenn der Reporter (ARD und ZDF) eines Spanien-Spiels den neunfingrigen Handschuh von Iker Casillas erwähnt hat, gewannen die Spanier ihr Spiel. Tom Bartels ist stark verdächtig, diese Information auch heute wieder kundzutun.

Gutes Omen #3: Immer, wenn Deutschland in den letzten 12 Jahren die Vorrunde einer EM überstanden hat, wurden sie Europameister.

Darum tippe ich 3:2 für Deutschland. Und Ihr so?

Michas Wade

Wie schlimm steht es um Michael Ballacks Wade wirklich? Kann er heute abend spielen? Und wenn ja wie fit ist er? Reicht es für 90 Minuten? Reicht es für ein Kopfballtor? Ist seine Verletzung vielleicht nur eine kleine psychologische Kriegserklärung an Spanien? Ein kleiner Schachzug, um sich nicht in die Karten schauen zu lassen? Weil sich Aragones so nicht auf eine feste Aufstellung der Deutschen vorbereiten kann? Wäre ohne Ballack das Deutsche System anders? Wäre ohne Ballack die spanische Taktik anders? Plant Aragones seinen Sechser Senna als Manndecker gegen Ballack zu stellen, so wie es die Türken erfolgreich gemacht haben? Ist bei einem Ballack-Ausfall Ersatzmann Borowski in Topform überhaupt eine Schwächung für das Team? Hat das Deutsche Team ohne Ballack weniger Chancen auf einen Sieg?

In 12 Stunden bekommen wir die Antworten!