Die Bela-Réthy-Faktenmaschine #2

Heute: Russland


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Wer den Grand Prix gewinnt, darf auch mal dran. Die russische Fußballnationalmannschaft wird von dem Niederländer Guus Hiddink trainiert, der es schon mit seinem Heimatland, Südkorea und Australien schaffte, bei großen Turnieren nicht in den Vorrunden rauszufliegen. Vor vier Jahren wäre er fast Völlers Nachfolger geworden, aber dann ja doch nicht. Für 2010 tippe ich auf, hmm, Wales vielleicht, und Hiddink wird – wie auch bald jetzt bei der EM – wieder ins Viertelfinale kommen.

Praktisch ist Russenstar Andrej Arschawin (manchmal gewinnen slawische Namen durch die eingedeutschte Schreibweise auch etwas an Pepp) nicht nur auf dem Fußballplatz: Sollte jemand mal jemand anderem erklären müssen, wie so ein typischer Russe aussieht, zumindest nach Meinung der Menschen, die sich eine Meinung über das Aussehen eines typischen Russen zutrauen, dann brauchen sie nur ein Bildnis von Andrej Arschawin aus der Tasche zaubern, und schon wüsste man Bescheid. (Auf dem Platz gibts den Mann wegen einer Sperre aber erst Mitte Juni zu sehen.)

Russland hieß früher mit diversen geografischen Features zusammen UdSSR und konnte als solche die allererste Europameisterschaft 1960 überhaupt erst dadurch gewinnen, dass die Spanier sich damals vor dem Viertelfinale im Kreise des versammelten Fußballostblocks mächtig unwohl fühlten und gar nicht erst antraten. Diese Schmach können die Freunde der Stierkampfkunst am 10. Juni in Innsbruck aber wieder gutmachen.

Das bemerkenswerteste Spiel mit russischer Beteiligung in der Qualifikation war zugleich deren letztes: Durch ein psychologisch knallhartes, physisch hervorragend herausgespieltes, taktisch meisterhaft umgesetztes, technisch Fachfrauen zu Freudentränen rührendes 1:0 (1:0) in Andorra erreichte Russland die Endrunde mit der nicht unbedeutenden Nebenwirkung, dass den Müttern und Vätern der Sportart auf der Insel eine laaaange Sommerpause verpasst wurde.

Dafür nochmal: Cпасибо!