„Und der Sieg war Ihnen!“

Das Turnier rückt näher und somit auch der Zeitpunkt, wo der sportliche Großwettkampf unabänderlich zu einem gesellschaftlichen Ereignis mutiert. Eine der putzigsten und unvermeidbarsten Begleiterscheinungen ist der Auftritt von Politikern jeglichen Geschlechts, aller Gesinnungen und Hierarchieebenen, die dann die Tagesordnungspunkte zwei bis sechs namens ürjendwatt mit Fußball machen in die naßforsche Tat umsetzen.

Doch Vorsicht! Das Gestrüpp der sportpublizistischen Allgemeinplätze ist sehr dicht, nicht umsonst gibt es zuhauf Internetseiten mit abertausenden von so genannten Fußballsprüchen, die es zu beherrschen gilt. Weiterhin empfohlen wird der Konsum einer dreistelligen Stundenzahl Live-Kommentare, bevorzugt der öffentlich-rechtlichen Kanäle, um den gekonnten Einsatz von Wegwerf-Fakten, Boulevardelementen und Sprachklischees zu trainieren.

Und, ganz wichtig, zum Schluss sich immer nochmal verkorkste Beispiele antun. So wie das der Begrüßung der deutschen Europameister im Jahre 1996 durch die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth.

Hiermit somit damit lautet daher unser Ersatz-Vorschlag für das doch etwas blutleere Marketingmottolein Erlebe Emotionen: Abgespielt und Angespielt!