Haben keine Mut an Worten

Ein italienischer Trainer, der „Der Deutsche“ genannt wird, schon in Portugal und Schwaben trainiert hat, aktuell in Österreich arbeitet und im Juni nach Irland gehen wird, feiert heute Jubiläum. Vor zehn Jahren erweiterte Giovanni Trapattoni die deutsche Sprache auf eigene Faust in knapp drei Minuten um drei ganze Redewendungen. Eine beachtliche Quote, wenn man bedenkt, dass andere Kicker eine komplette Karriere benötigen, um einen halben Hinterbankplatz in den heiligen Hallen der einschlägigen Fußballspruchsammlungen zu ergattern.

Sieben Zettel sollen es gewesen sein, die Trapattoni am 10. März 1998 als geistige Stütze für seine unkontrollierte Offensive gedient haben. „Sind Sie bereit?“, fragte der Maestro zu Beginn mit einem Gesichtsausdruck, der klar machte, dass Nachfragen heute nicht erwünscht sein werden. Im Nachhinein wurde viel geredet, geschrieben und gesendet über diesen öffentlichen Ausbruch des enttäuschten Italieners, die Rede wurde verspottet, verehrt, verwurstet, vergessen.

Ich vermute ja stark, dass sich Mister Trapattoni damals stark an der 97er Ruckrede von Roman Herzog sowie der publicityträchtigen Stunk-Pressekonferenz der singenden Peinlichkeiten namens Tic Tac Toe aus dem selben Jahr orientiert hat. Nach Ich habe fertig war das Genre dann quasi tot, lediglich Klaus Augenthaler versuchte sich im vergangenen Jahr mal an einer halbgelungenen Belebung, als er sich selbst die Fragen stellte.

Und natürlich Trapattoni. Das seelenlose Red Bull Salzburg ist für ihn kein Grund, auf emotionale Deutschversuche vor Journalisten zu verzichten, wie folgende mit ausladenden Gesten aus dem Italien-Katalog angereicherte Audiovision verdeutlicht: