Beschreibung des Stadions nur zum Privatgebrauch!


foto_flickr

Aus den Uefa-AGBs, denen seit gut einer Stunde jeder zustimmt, der sich über dfb.de EM-Karten bestellt:

6.2 Jede Person, die ein SPIEL besucht, anerkennt, dass sie Ton- oder Bildaufzeichnungen sowie Beschreibungen des STADIONS oder des SPIELS (sowie der Ergebnisse und/oder Statistiken des SPIELS) nur zum Privatgebrauch machen bzw. übertragen kann. Es ist strengstens untersagt, über Internet, Radio, Fernsehen oder andere gegenwärtige und/oder zukünftige Medien Ton- und/oder Bildmaterial, Beschreibungen, Ergebnisse oder Statistiken des SPIELS ganz oder teilweise zu übertragen oder andere Personen bei der Durchführung solcher Aktivitäten zu unterstützen.

Wie es Wolfgang Amadeus Mozart mal so schön sagte: Leck mich doch im Arsch! Was soll ich in einem EM-Stadion, wenn ich nicht darüber bloggen kann?

10. Daten
Der ANTRAGSTELLER anerkennt und erklärt sich damit einverstanden, dass die im ANTRAGSFORMULAR enthaltenen Angaben zur Person von der Euro 2008 SA namens und im Auftrag der UEFA gesammelt werden. Die UEFA kann diese Daten an Dritte weitergeben …

Auch das aus den AGBs. Im nachgestellten Datenschutzhinweis des DFB wird allerdings darauf hingewiesen, dass Punkt 10 „keine Anwendung findet“. Angekreuzt muss das Kästchen jedoch werden, sonst keine Karten. Der Käufer stimmt also zu, dass die Uefa die Daten weitergeben kann, weil er die folgende Einschränkung seitens des DFB gelesen hat. Ist das im Endeffekt rechtlich wirklich bindend?


12 Antworten auf “Beschreibung des Stadions nur zum Privatgebrauch!”


  1. 1 Robert 15. Januar 2008 um 15:05 Uhr

    Auf welches Gesetz beruft man sich denn dabei? Ton- und Bildaufzeichnungen, ok. Das ist immer noch fragwürdig, da ja nichts urheberrechtlich relevantes geboten wird, scheint aber durch das Hausrecht abgedeckt zu sein. Aber Übermittlung von Beschreibungen, Ergebnisse oder Statistiken unterbinden?

    Da muss ja das Sportreporternetzwerk dieses Jahr nicht nur Veranstaltungen zum Thema Olympia in China machen.

  2. 2 nolookpass 16. Januar 2008 um 12:32 Uhr

    Gesetz? Hey, es ist die Uefa.

    Ich weise noch mal auf den Trackback von Easyfunk auf Welt Hertha Linke hin: Es geht nicht um aktive Strafverfolgung, Panikmache oder absolutes Blogverbot. Wer nicht im Stadion ist, kann schließlich schreiben, was die Tastatur hergibt. Und das Urheberrecht wurde auch nicht umsonst erfunden, was das in puncto Euro und Blogs hergibt, haben wir an anderer Stelle schon mal behandelt.

    Nein, es geht um die Möglichkeit, dass irgendein Herr Dr. jur. sich einen Spaß macht und „Ich war heute bei Deutschland-Österreich und ihr glaubt nicht, was ich gesehen habe …“ abmahnt. Das dem definitiv nicht so ist, erschließt sich mir aus den AGB leider nicht.

    Papa Meier, der seinen Sohn auf der Haupttribüne knipst und den Pixelbrei danach in sein Privatblog stellt, wird eher keine Probleme bekommen. Doch was ist, wenn jemand einen kompletten Spielbericht schreibt, anschließend noch die Stadiontoiletten harsch kritisiert und das Ganze – mit ein paar hübschen Fotos garniert – in ein A-Blog knallt, das vielleicht auch noch nicht unerhebliche Adsense-Einnahmen hat?

  3. 3 Robert 16. Januar 2008 um 14:36 Uhr

    genau das meine ich ja. Wie erfolgt bitte die Trennung? Ich besitze da auch nur gefährliches Halbwissen, aber:

    Journalist ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder darf sich das auf seine Visitenkarte schreiben und auch versuchen damit Geld zu verdienen. Und wie man „recherchiert“ kann keiner vorschreiben.

    Anderes Beispiel. Ich kann mir eine Karte für das „Spiel“ des deutschen Bundestages kaufen und das Ganze live im Reichstag anschauen. Dann kann ich darüber schreiben und versuchen damit Geld zu verdienen. Wenn das nicht so wäre, hieße das Zensur. Dito bei kommerzielleren Veranstaltungen wie Filmpremieren, Konzerten, etc. Solange ich mich an geltendes Urheberrecht und Persönlichkeitsrecht halte.

    Anders gesagt, wenn die UEFA mir das verbietet, könnte ich sie ja wegen Berufsverbot verklagen.

    Komisch, dass die UEFA/FIFA damit immer wieder durchkommt. Ach, ein Mist der ganze Summms.

  4. 4 nolookpass 16. Januar 2008 um 15:37 Uhr

    Wie ein Journalist recherchiert, kann keiner vorschreiben. Aber für eigene Veranstaltungen Pressezentren einrichten, wo sich Journalisten gefälligst zu akkreditieren haben, wenn sie denn ihren Beruf ausüben wollen, und den Rest der Zuschauer verbieten, öffentlich und kommerziell Spiel- und Stadionbeschreibungen zu verbreiten – das ist wohl weniger Berufsverbot als Hausrecht.

    Bei Konzerten schmeißen sie die Fotografen doch auch nach anderthalb Songs wieder raus.

    Die Trennung zwischen erlaubt/nicht erlaubt ist unscharf, so viel steht mal fest. Und ich vermute, dass ist nicht grundlos so.

  5. 5 Easyfunk 16. Januar 2008 um 17:26 Uhr

    Es geht ja auch nicht in erster Linie darum, ob das nun vor Gericht Bestand hat oder nicht. Nur ist man erst einmal einen Vertrag eingegangen, gegen den man verstößt. Dann ist es Sache des Vertragspartners (Uefa) dein Fehlverhalten anzuklagen. Allein das reicht aber schon, um kleine Blogger per Abmahnung mundtot zu machen. Das ist das Schlimme.

  6. 6 widmer 19. Januar 2008 um 21:07 Uhr

    Anstatt ins Stadion pilgern, sammelt besser Panini-EM-Bilder.
    Siehe auch:
    http://www.emfinal.ch/?p=102

  1. 1 Welt Hertha Linke Trackback am 15. Januar 2008 um 12:23 Uhr
  2. 2 FussballFieber » In Österreich in den Knast? Ich denke nicht! - … alles außer 1:0-Berichterstattung Pingback am 15. Januar 2008 um 14:19 Uhr
  3. 3 Karten zur EURO - was erlauben die AGB? - EURO 2008 Pingback am 15. Januar 2008 um 23:40 Uhr
  4. 4 dreieckeneinelfer.twoday.net Trackback am 16. Januar 2008 um 7:27 Uhr
  5. 5 Welt Hertha Linke Trackback am 16. Januar 2008 um 11:48 Uhr
  6. 6 Wer bloggt demnächst für die DFL und deren Franchises? | Königsblog Pingback am 09. Februar 2011 um 1:37 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.