I wer‘ narrisch

Nachtrag: Bald gehts lohos! Der Countdown zum EM-Spiel Österreich gegen Deutschland.

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I wer‘ narrisch. Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich! Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals; der Kollege Rippel, der Diplom-Ingenieur Posch – wir busseln uns ab. 3:2 für Österreich durch ein großartiges Tor unseres Krankl.

[Edi Finger in der Radioübertragung des ÖRF]

Heute startet im EURO08-Blog der offizielle Cordoba-Counter.

Immer, wenn in den Medien über Österreich und Deutschland geschrieben wird, kommt – das ist so sicher wie die unechten Hupen von Dolly Buster – das Wunder bzw. die Schmach von Cordoba zur Sprache. Das 3:2 zwischen Österreich und Deutschland bei der WM 1978 bedeutete damals das Aus für den amtierenden Weltmeister Deutschland. Für Österreich bedeutet das Spiel bis heute den wohl einzigen Lichtblick in der Geschichte des Fußballverbands.

Was die Österreicher gern verschweigen: Der Sieg hat ihnen damals nichts, null, nada, niente gebracht. Sie waren bereits vor dem Spiel ausgeschieden und wurden mit dem 3:2 lediglich Gruppendritter vor Deutschland. Beide Nationalmannschaften teilten sich am Tag der Heimreise ein Flugzeug zurück nach Europa.

Der heutige Nationaltrainer Österreichs Josef Hickersberger bestritt mit dem „Wunder von Cordoba“ sein 39. und letztes Länderspiel. Der Mittelfeldspieler, der zu der Zeit noch in der Deutschen Bundesliga spielte, wechselte zur neuen Saison zurück in die Heimat, wo er seine Karriere ausklingen ließ.

Für die jüngeren Leser haben die Herren Grissemann und Stermann das Spiel noch einmal zusammengefasst:

P.S.: Das englische Cordoba heißt übrigens Wembley. Aber England muss uns im Zusammenhang mit der EURO08 nicht weiter interessieren.


8 Antworten auf “I wer‘ narrisch”


  1. 1 Hanse 16. Dezember 2007 um 10:11 Uhr

    Das Österreich nichts mehr gewinnen konnte mit dem Spiel muss man äußerst positiv herausstreichen, denn obwohl nichts mehr zu erreichen war, stieß man ganz Deutschland aus den WM-Träumen, denn nur mit einem deutlichen Sieg Deutschlands hätte D. noch Weltmeister werden können.

    Die deutschen Medien und Spieler rätselten nur noch über die Höhe des Sieges – dann geschah genau das Gegenteil in einem Spiel, welches für Österreich keine Bedeutun mehr hatte. Daher ist dieses Spiel so hoch bei uns angesiedelt: Wir haben Deutschland aus allen Träumen gerissen, obwohl nichts zu gewinnen war für Österreich.

  2. 2 Jürgen Kalwa 16. Dezember 2007 um 16:04 Uhr

    Das mit dem „einzigen Lichtblick“ ist effektiv überzogen. Vorher waren die Österreicher zweimal im Semifinale von Weltmeisterschaften (1934 und 1954) und haben eine ziemlich wasserfeste Verschwörungstheorie über die Parteilichkeit des Schiedsrichters von 1934 gegen Italien anzubieten, der ihnen den Weg ins Endspiel verbaute.

    Ein anderer Lichtblick scheint die Benutzung von sogenanntem österreichischem Deutsch bei Wikipedia zu sein. Da behauptet sich der Nationalstolz etwa bei einem Thema wie diesem: http://de.wikipedia.org/wiki/Österreichische_Fußballnationalmannschaft
    auf eine frivole Weise. Es wird zwar in den Katakomben der Seite auch darüber diskutiert. Aber die einflussreichsten Autoren scheinen sich einig in ihrer Attitüde: wo österreichisch draufsteht, muss auch österreichisch drin sein. Da fällt einem der Spruch ein: Die¨Österreicher, das sind die, die der Welt klar gemacht haben, dass Hitler ein Deutscher war und Beethoven ein Österreicher.

  3. 3 Hanse 16. Dezember 2007 um 16:10 Uhr

    Wenn schon auf 1934 und 1954 eingegangen wird, dann liegt wohl auch ein Teil der Motivation im Jahr 1954 als „das Wunder“ in der Schweiz stattfand. Das Wunder das ich aber meine ist nicht jenes von Bern, welches verfilmt wurde, sondern jenes Wunder, über das gerne geschwiegen wird: Die verwendeten Spritzen bei den Deutschen.

    Woher kam diese deutsche Kraft, trotz des langen Turniers?

    @Jürgen: Passender Spruch zum Ende… die Talente der Österreicher ;-)

  4. 4 Spielmacher 17. Dezember 2007 um 13:25 Uhr

    @Hanse: Jaja, Ihr habt es uns gegeben! ;)

    Das mit den „verwendeten Spritzen“ höre ich heute zum ersten Mal. Daher kann ich dazu nichts sagen.

    @Jürgen Kalwa: Das mit dem „einzigen Lichtblick“ war nicht nur völlig überzogen, sondern darüberhinaus noch überhaupt nicht recherchiert. Natürlich wird Österreich in den letzten 100 Jahren irgendwann mal mehr als ein Spiel am Stück gewonnen haben. Aber das muss schon mehr als 40 Jahre her sein. Bezeichnend genug, dass Österreich jetzt das erste Mal überhaupt erst bei einer EM dabei ist – und das noch nicht einmal sportlich qualifiziert. Bei den WMs sieht es etwas besser aus, aber nennenswerte Erfolge möchte ich die Teilnahmen auch nicht nennen.

  5. 5 nolookpass 17. Dezember 2007 um 14:27 Uhr

    „… nicht nur völlig überzogen, sondern darüberhinaus noch überhaupt nicht recherchiert.“

    Eigentlich schade, dass wir schon einen Slogan haben.

  1. 1 Krankl, Favre und Netzer simpeln fach | EURO 2008 Pingback am 15. Dezember 2007 um 22:41 Uhr
  2. 2 Cordoba-Counter Revised | EURO 2008 Pingback am 08. Mai 2008 um 23:51 Uhr
  3. 3 Tag elf: Kamerun – Japan, 90. Minute : Die WM – ein Wintermärchen? Pingback am 15. Juni 2010 um 0:14 Uhr
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